Der hl. Vitus ist der Schutzpatron unserer Pfarrgemeinde. Das Patronatsfest feiern wir an seinem Todestag, dem 15. Juni. Der Name Vitus kommt von dem Wortstamm "Vita" = Leben. Mit dem Hl. Vitus wird uns ein starkes Leben vor die Seele gestellt. Er stammt aus Sizilien und erlitt schon im Kindesalter das Martyrium in der Zeit der Christenverfolgung um das Jahr 304. Die Reliquien wurden 836 in das Kloster Corvey übertragen und im 14. Jh. kam ein Teil davon nach Prag, wo ihm zu Ehren der Veits-Dom erbaut wurde.

St. Vitus ist einer der 14 Nothelfer. Er ist Patron unserer Kirche, des Vitus-Hauses und des Vitus-Kindergartens. Er ist Patron von Europa und Niedersachsen, er ist Schutzpatron der Jugendlichen, der Apotheker, der Bierbrauer und der Haustiere. Die Menschen rufen ihn um Beistand an bei Unwetter und Feuergefahr und bei Aussaat und Ernte.

Dargestellt wird der hl. Vitus mit einem Kessel siedenden Pechs,in dem er steht, mit einem Hund an der Leine, mit einem Löwen zu seinen Füßen, mit einem Hahn, mit einem Adler, mit einem kleinen Topf in der Hand oder mit einer Märtyrerpalme.
Das Haupt des Hl. Vitus soll in der Münsterkirche zu Mönchengladbach aufbewahrt sein. Von dort ist am 18. Mai 1962 ein Teil, eine kleine Reliquie unserer Gemeinde geschenkt worden. Sie wird in einer Kapsel aufbewahrt, umschmückt mit einem filigranen Silberkranz aus dem Jahre 1726. Diese Kostbarkeit ist in einem Schauhäuschen in der Kirche ausgestellt, unterhalb der Vitus-Figur, die aus dem 17. Jh. stammt.


Das Leben dieses heiligen Knaben ist rein legendär. Es enthält indessen viele wunderbare Begebenheiten, deren Gehalt nach über die Jahrhunderte hin ihre Wahrheit erwiesen.

Der Legende zufolge wurde der Sohn eines heidnischen Senators von seiner Amme Crescentia und seinem Erzieher Modestus, beide waren Christen, bekehrt. Noch als Kind wurde er von seinem Vater geschlagen und vor den Richter gebracht, weil er nicht von seinem Glauben lassen wollte. Auch der Richter befahl, ihn zu schlagen, aber dem Richter und seinen Knechten verdorrten die Arme, worauf Vitus betete und sie heilte. Der Vater schloss ihn mit musizierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Als er ihn dabei durchs Schlüsselloch beobachtete, sah er seinen Sohn von sieben Engeln umgeben und wurde blind. Er gelobte vergeblich, einen Stier mit goldenen Hörnern zu opfern; erst das Gebet des Sohnes heilte ihn. Trotzdem trachtete er ihm nun nach dem Leben, aber ein Engel veranlasste Vitus, mit seiner Amme und seinem Erzieher auf einem Schiff nach Lukanien zu fliehen, wo ihnen ein Adler Brot brachte.

Vitus und seine Begleiter wurden entdeckt und zu Kaiser Diokletian gerufen. Vitus heilte zwar dessen besessenen Sohn, aber er weigerte sich auch jetzt, den Göttern zu opfern und wurde mit Modestus und Crescentia ins Gefängnis geworfen. Die schweren Eisenplatten, die sie erdrücken sollten, fielen von ihnen und Engel erleuchteten die Finsternis des Kerkers. Man warf sie in einen heißen Ölkessel, aber sie stiegen unversehrt heraus. Ein Löwe wurde auf sie gehetzt, aber der legte sich lahm zu ihren Füßen und leckte sie. Mit Modestus auf die Folterbank gespannt, um mit Haken zerfleischt zu werden, zerschlugen Blitze das Martergerät, ein Erdbeben ließ die Tempel rundum einstürzen, die Folterknechte und das entsetzt fliehende Volk wurden von den Trümmern erschlagen. Engel lösten Vitus, Modestus und Crescentia von ihren Fesseln und betteten sie an einem Flussufer, wo sie ruhten und sanft im Gebet ihre Seelen aufgaben. Adler bewachten ihre Leiber, bis die fromme Florentia sie fand und bestattete.

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